Thema: Bau eines Vertikaltanks Teil 1 - Pro und Contra

Autor: Rudi Herrmann
Datum: 18.04.2006

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Bau eines Vertikaltanks nach dem Muster der Tanks der Firma Nova. Grundsätzlich stammt die Idee zum Eigenbau nicht von mir, hat mich aber sofort begeistert. Der erste Teil des Artikels beschäftigt sich mit der Abwägung der Argumente. Wie schwer diese Argumente wiegen, möge jeder für sich selbst bewerten.

Pro Vertikaltank
Für den Vertikaltank im allgemeinen spricht der geringere Platzbedarf des Tanks. Es werden dabei alle für die Entwicklung von Fotopapier notwendigen Tanks auf weniger als dem Platz einer einzigen Schale untergebracht. Dadurch, daß die Chemie in den Tanks weniger der umgebenden Atmosphäre ausgesetzte Oberfläche hat, ist die 'Oxidation' der Fotochemie ebenfalls geringer. Durch diesen Umstand kann die Chemie zwischen den Labor-Sitzungen in den Tanks verbleiben, was die Rüstzeiten pro Sitzung deutlich verkürzt. In welchem Maß dieser Umstand Zeit einzusparen hilft wird sich in der Praxis zeigen müssen.

Pro Eigenbau
Was spricht für einen Eigenbau? Warum nicht einen neuen oder gebrauchten Nova Tank kaufen? Die Kosten, welche das Hauptargument für einen Eigenbau sind, würden sich sehr schnell relativieren, würde die Zeit für den Bau berechnet werden müssen. Die reinen Materialkosten liegen unter den Kosten für einen Novatank gleicher Größe. Ein weiterer Vorteil, wenn gleich auch kein schwerwiegender, dürfte die beim Bau konfigurierbare Anzahl an Tanks und deren Größe sein. So sind auch Sondergrößen (besonders klein oder groß) möglich.

Contra Vertikaltank
Ein Vertikal Tank bedarf im Vergleich zur Schale einer größeren Menge an Chemikalien. So verwende ich für eine 30x40 Schale (Papiermaß) zwischen 1,0 und 1,5 Litern Chemie je Schale. Nach vorsichtiger Abschätzung bedarf ein Tank für die selbe Papiergröße mehr als 2,0 Litern Chemie. Auch kann die Chemie nicht schnell durch einen anderen Ansatz ausgetauscht werden. Es ist weder schnell ein anderer Tank verfügbar, noch kann der Tank ohne aufwendige Reinigung mit einer anderen Chemie belegt werden. Die Rüstzeit für einen Tank ist deutlich höher als für eine Schale. Der Vorteil liegt eindeutig in der Tatsache, dass dies deutlich seltener (nicht bei jeder Laborsitzung) geschieht.
Auch wer es liebt zuzuschauen wie das Bild auf dem Papier entsteht, wird bei einem Tank nicht mehr auf seine Kosten kommen. Dies ist jedoch sicherlich ein eher emotionales Argument ohne wirtschaftlichen Hintergrund. Ein ebenfalls eher hypothetisches Argument ist die Tatsache, daß in einem Tank die maximale Papiergröße vorgegeben ist, während es in einer Schale möglich ist größeres Papier durch rollen zu entwickeln.

Contra Eigenbau
Es gibt mehrere Dinge die bei einem Eigenbau nur mit größerem Aufwand zu realisieren sind, und daher eventuell gegen einen Eigenbau sprechen. Hierzu gehört die Beheizbarkeit der Bäder und das Anbringen von Armaturen. Der Verzicht auf Armaturen trägt zur Vermeidung von potentiellen Schwachstellen (Undichtigkeiten) bei. Auch ist die Beschaffung nicht korrodierender Amaturen welche die geforderte Größe haben ist Schwierig. So stellt die Beheizbarkeit ein noch größeres Problem dar. So sind mir spontan zwei Möglichkeiten hierzu eingefallen. Die Erste wäre der teure Einbau von je einer Aquarienheizungen pro Tank gewesen. Die Zweite der Aufbau mit einem umgebenden Mantelwasserbad. Die erste Möglichkeit hätte eine deutliche Verbreiterung der Tanks zur Folge, sowie erhebliche Kosten durch die Heizungen. Die zweite Möglichkeit hätte eine deutliche Vergrößerung der Gesamtgröße der Tanks sowie des Gewichts (befüllt) zu Folge.

Wieso Eigenbau?
Alles was ich zu diesem Punkt erzählen kann ist subjektiv und eher Trieb gesteuert. Hier kommt etwas ins Spiel das in Foren GAS (Gear Aquisition Syndrome) genannt wird :-). Auch einfache Begeisterung für technisches Gerät, sowie die Aussicht mit meinen beschränkten handwerklichen Fähigkeiten so etwas selbst bauen zu können.

Bau eines Vertikaltanks Teil 2 - Maße und Kosten

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