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Thema: Alte Objektivtypen
Autor: unbekannt
Quelle: Die Daten und Texte stammen aus dem Infoteil eines Kataloges aus den 1950ern.
Der im Querschnitt gezeigte Dreilinser stellt das moderne leistungsfähige
Objektiv geringer Preislage dar. Durch Verwendung besonderer Glassorten
konnte bei den kürzeren Brennweiten die Lichtstärke bis auf 1:2,7 gesteigert
werden, trozdem sie bei diesem Typ mehr bei 1:3,5 oder 1:4,5 liegt. Die
Korrektur der verschiedenen Objektive dieser sehr variationsfähigen Art
genügt fuer die meisten Aufgaben. Die Schärfe und Auszeichnung des Bildformats
ist durchweg gut. Zu diesem Typ gehoeren in alphabetischer Reihenfolge:
Agnar, Apotar, Cassarit, Ilitar, Kata, Novar, Radionar, Reomar, Vaskar.
Ein Vierlinser aus einem verkitteten Glied und zwei Einzellinsen. Standardtyp
des leistungsfähigen Objektivs mittlerer Lichtstärke. Zeichnet sich durch
besondders hochwertigen Korrektionszustand aus. Lichtstärken 1:4,5, 1:3,5
und 1:2,8. Bei den verschiedenen Cameras sind sie in alphabetischer
Reihenfolge unter den Namen Color-Skopar, Elmar, Solinar, Tessar und Xenar
verzeichnet.
Der Querschnitt zeigt den Standardtyp des weitgeöffneten sechslinsigen Objektivs
1:2, auch Gausstyp genannt. Bekannte Objektive sind das Heligon, Solagon und
Xenon. Auch das Biotar gehoert hierher. Den grundsätzlichen gleichen Aufbau
zeigen auch Summarone fuer die Leica in den Brennweiten 8,5 und 3,5. Objektive
dieser Art weisen bei sehr feiner Zeichnung schon mit voller Öffnung eine
Schärfezeichnung ueber das ganze Bildfeld auf, die kaum uebertroffen werdeen kann.
Sehr gute Farbkorrektur. Zu den Retina-Heliogonen und Retina-Xenonen werden
Wechseloptiken geliefert, die gegen die Vorderteile dieser Objektive ausgetauscht
werden koennen und dann Tele- oder Weitwinkelwerte ergeben, deren Schnittweite
genau so gross ist wie beim Standardobjektiv.
Aus dem Gausstyp, wie er unter Fig. 3 beschrieben ist, wurde durch Auswahl
hochwertiger Glassorten, durch Anwendung grosser Linsendicken und Krümmungsradien
dieser neue fünflinsige Typ mit vier einzelstehenden Linsen und einer verkitteten
Kombination entwickelt. Diese Eigenschaften verleihen dem Objektiv eine sehr weit
getriebene, fast zonenlose Korrektion, die vor allem bei etwas laengeren Brennweiten
von 80 mm an bei hervorragender Bildfeldebnung eine ausgezeichnete Bildleistung bei
dem Öffnungsverhältnis von 1:2,8 ergibt. Wird unter dem Namen Xenotar in der
Rolleiflex 2,8 C verwendet.
Vom Gausstyp gemäß Figur 3 unterscheidet sich das Ultron 1:2,0 5 cm durch die
Verwendung von drei Einzellinsen vor der Blende. Das Objektiv zeichnet sich durch
eine hohe, ueber das ganze Bildfeld nahezu gleichmäßige Bildschärfe aus. Das
Ultron weist darueber hinaus auch noch eine sehr hohe Brillanz auf, die Bildern
sehr gute Gradation sichert. Besonderer Wert wurde auf eine gute Farbkorrektion
gelegt.
Das Sonnar 1:2,0 / 5 cm stellt eine Sonderkonstruktion fuer die Contax dar. Durch
Verwendung von neun Korrekturflächen ist eine sehr gute allgemeine Korrektion
erreicht. Bei voller Öffnung weisst das Objektiv eine besonders gute Mittenschärfe
auf: Schon bei geringer Abblendung ist das Bildformat bis in die Ecken fast
gleichmäßig auszeichnet. Das Sonnar ist daher ein lichtstarkes Objektiv fuer die
schwierigsten Aufgaben.
Durch Einführung einer weiteren Korrekturlinse im Hinterglied des Objektivs konnte
die Lichtstärke dieses Sonnars auf 1:1,5 gesteigert werden, wobei es eine fast
noch feinere Zeichnung als das Sonnar 1:2,0 aufweist. Wie alle Sonnare ist es
vorzueglich farbkorrigiert und daher auch fuer die Aufgaben der modernen
Farbphotographie hervorragend geeignet.
Ein Siebenlinser aus fünf Einzellinsen und einem verkitteten Glied. Das besonder
Kennzeichen dieses Objektivs ist die sehr große Frontlinse. Durch sie wird ein
größerer Lichtabfall nach den Ecken des ausgezeichneten Bildformates vermieden.
Unter dem Namen Summicron wird es mit dem Öffnungsverhhältnis 1:2,0 nur in der
Brennweite 5 cm in der Leica verwendet.
Objektive dieses Typs sind aus 5 Linsen aufgebaut, von denen je 2 zu verkitteten
Elementen zusammengefasst sind. Unter dem Namen Heliar seit Jahrzehnten als ein
leistungsfaehiges Objektiv bekannt, wurde es unter Verwendung der inzwischen
bekannt gewordenen neuen hochwertigen Glassorten neu errechnet und vor allem auf
die Anwendung bei den neuen Farbverfahren abgestimmt. In dem Oeffnungsverhaeltnis
1:3,5 wird es unter dem Namen Color-Heliar in der Bessa verwendet. Aehnlichen
Aufbau weist auch das Apo-Lanthar auf. Bei diesem wurde das Öffnungsverhältnis
etwas niedriger gehalten, wobei gleichzeitig durch besonders wertvollen
Lanthangläser eine völlige Beseitigung des sekundären Spektrums gelang.
Aus zwei verkitteten und drei Einzelgliedern aufgebaut, konnte die Lichtstärke
dieses Objektivs, das Summarit, fuer die Leica auf 1:1,5 gesteigert werden. Durch
die zahlreichen Korrekturflaechen ist die Zeichnung dieses Objektivs trotz des
sehr hohen Öffnungsverhältnisses besonders fein, so das es selbst bei voller
Öffnung Bilder unerreichter Schärfe ergibt.
Das Nokton ist ein ultralichtstarkes Objektiv des Oeffnungsverhaeltnisses 1:1,5.
Trotz der grossen Lichtstaerke ist durch die verwendeten zahlreichen
Korrekturflächen eine äusserst feine und gleichmässige Bildschärfe ueber das
ganze Bildfeld erreicht. Durch diese beiden Eigenschaften ist das Objektiv
besonders fuer günstige Lichtbedingungen geeignet, was infolge der guten
Farbkorrektur gerade bei Farbaufnahmen wertvoll sein duerfte.
Das Sonnar 1:4,0/13,5 cm stellt ein langbrennweitiges Objektiv dar, das speziell
fuer die Contax geliefert wird. Im Aufbau weicht es von den Typen stark ab und
ist besonders durch die starkeMIttellinse gegekennzeichnet. Durch den kleinen
Bildwinkel ist die Korrektur ueber das ganze Bildformat fast gleichmaessig so dass
das Objektiv schon mit voller Öffnung infolge seiner feinen Zeichnung fuer alle
Aufgaben mit grossem erfolg da eingesetzt werden kann, wo ferne Gegenstaende
verhältnismaessig groß abgebildet werden sollen.
Der Querschnitt zeigt den Aufbau des langbrennweitigen Hektor 13,5 cm fuer die
Leica. Das im Verhältnis zur Brennweite kleine Bildformat gestattet schon mit
wenigen Korrekturflächen eine ausgezeichnete Bildschärfe. Die Lichtstärke
von 1:4,5 ist den besonderen Aufgaben des Objektivs - Aufnahme von entfernten
Motiven - angepasst und sichert höchste Bildschärfe. Hervorragende chromatische
Korrektur macht das Objektiv besonders fuer Infrarotaufnahmen hinter Rotfiltern
geeignet.
Das Biogon 1:2,8/3,5cm gehoert in die Reihe der lichtstarken Weitwinkelobjektive
fuer das Kleinbildformat. Die Aufgabe, mit einer im Verhaeltnis zum Bildformat
kleinen Brennweite ein bis in die Ecken scharfes Bild zu erzielen, fuehrt zu dem
ungewoehnlichen Aufbau des Linsenkörpers. Die Korrektur ist trotz der hohen
Lichtstaerke hervorragend gelungen. Das Objektiv eignet sich daher vor allem
fuer analytische Aufnahmen aus nahmem Abstand, wo ein grosser Bildwinkel auf
kuerzeste Entfernung erfasst werden muss.
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